Dyskalkulie

 

Der Mathematikunterricht nimmt in der Schule eine besondere Stellung ein. Befragt man Schüler nach ihrem Lieblingsfach, so wird nur selten die Antwort: „Mathe!“ lauten. Nur allzu oft „leiden“ die Schüler, wenn sie mit ihrem „Angstfach“ konfrontiert werden. Das Versagen des Kindes führt zu Resignation, wobei die Ursachen häufig auf Mängel in der eigenen Persönlichkeit zurückgeführt werden.

Lehrer und Eltern finden keinen Rat. Zweifel an der Willensbereitschaft des Kindes sind kritisch zu hinterfragen. Sicherlich kommt es häufig vor, dass rechenschwache Kinder nicht „mitarbeiten“ wollen oder nicht können?

„Falsches“ Üben ist ein negativer Verstärker, der die elterliche Geduld belastet und die Motivation des Kindes hemmt.

Eine Kettenreaktion nimmt ihren Lauf, da sich Wissenslücken und psychologische Barrieren in Defiziten verfestigen, die sich dann zu immer größeren Problemen auf den späteren Stufen der mathematischen Ausbildung auswachsen.

Die Schwierigkeit, diese Problematik einzugrenzen und zu definieren wird allein anhand der vielfältigen Begrifflichkeiten deutlich:

Akalkulie, Alexie für Zahlen, Anarithmasthenie, Anarithmetrie, Anarithmie, asemantische Aphasie, Dyskalkulie, dysgraphische Dyskalkulie, dyslektische Dyskalkulie, Dysmathematica, Entwicklungsdyskalkulie, Fingeragnosie, Gerstmann-Syndrom, graphische Dyskalkulie, ideognostische Dyskalkulie, Kalkulasthenie, Lernstörung im arithmetischen Verstehen, lexikalische Dyskalkulie, motorisch-verbale Dyskalkulie, poerationale Dyskalkulie, Parakalkulie, parietale Dyskalkulie, postläsionale Dyskalkulie, praktognostische Dyskalkulie, Pseudo-Akalkulie, Pseudo-Dyskalkulie, Pseudo-Oligokalkulie, räumliche Akalkulie, sekundäre Akalkulie, sekundäre Dyskalkulie, sekundäre Oligokalkulie, sekundäre Parakalkulie, sensorisch-verbale Dyskalkulie, verbale Dyskalkulie, visuelle Agnosie, Zahlen-Aphasie, Zahlenbildheit, Zahlendysgraphie, Zahlendyslexie, Zahlendyssymbolismus. (Radatz/Schipper, 1993,17)

Wenn Eltern beobachten, dass…

das Kind bei den Hausaufgaben übermäßig erschöpft wirkt,

das Kind bereits Erlerntes schnell vergisst und zunehmend orientierungslos wird,

das Kind grundsätzlich mit der Mathematik auf „Kriegsfuß“ steht und mit Bauchschmerzen in den Mathematikunterricht geht,

… ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten